Frauen und Flucht

Derzeit leben 20.000 geflüchtete Menschen in dem Lager in Moria auf Lesbos, das nur für 3.000 Menschen ausgelegt ist. Die Gesundheitsversorgung ist katastrophal, denn für alle der 20.000 Geflüchteten auf Moria gibt es zurzeit nur 8 Krankenschwestern, 3 Ärzte und 2 Hebammen. In einigen Abschnitten des Lagers gibt es nur einen einzigen Wasserzugang für bis zu 1300 Menschen. Viele Menschen leben auf engstem Raum und fünf-bis sechsköpfige Familien leben auf etwa drei Quadratmetern zusammen. Das ist eine unmenschliche Situation und aufgrund von mangelnder Hygiene und Rückzugsmöglichkeiten ein idealer Nährboden für eine Verbreitung des Corona-Virus.

Im Kontext von Flucht und Migration sind Frauen von geschlechtsspezifischen Vulnerabilitäten betroffen. Dies zeigt sich an der Lage in den Camps in Moria, denn dort leiden in besonderem Maße Frauen unter den schlechten Lebensbedingungen/Hygienebedingungen beispielweise während der Menstruation und der täglichen Gewalt die sich zum Beispiel in sexualisierte Gewalt äußert. Insbesondere allein reisende Frauen und Mädchen sowie Schwangere werden Opfer von Übergriffen auf der Flucht, aber auch in Lagern in Deutschland. Frauen fehlt in Moria jeglicher sicherer Raum, denn sie sind ständigen Gefahren ausgesetzt, wie in folgenden Zitaten von Amal, die mit ihrer Familie vor dem Krieg in ihrer Heimat Jemen floh, deutlich wird:

„Die Verhältnisse in Moria sind für Frauen ungerecht, sogar der Gang zur Toilette kann gefährlich werden. Obwohl Männer sich nicht in der Nähe der Frauentoiletten aufhalten dürfen, sind sie immer dort. Erst kürzlich wurde dort eine meiner Freundinnen von einem älteren Mann belästigt. Sie konnte weglaufen, bevor Schlimmeres passieren konnte.“ Zudem sagt sie: „Manchmal denke ich, ich wäre besser auf dem Meer gestorben, als hier zu sein. Als Feministin habe ich gelernt, dass ich vor nichts Angst haben sollte. Aber ich habe Angst, dass ich nicht mehr von hier wegkomme.“

Die Lage in Moria ist unzumutbar und menschenunwürdig, deswegen fordern wir: Bedingungslosen Schutz und Unterstützung für alle geflüchteten Menschen in Moria! Für mehr Solidarität für Frauen und andere marginalisierten Personengruppen!

Wir halten zusammen: Leave No One Behind!  #EvacuateMoria   #LeaveNoOneBehind

PM: Rote Frauen beschädigt

Am Freitag haben wir, die Feministische Frauengruppe Göttingen, rote Holzfrauen in der Innenstadt aufgestellt. Die Roten Frauen sollen auf den 25.11 aufmerksam machen, welcher der internationale Tag gegen Gewalt an Frauen ist. Sie sollen die Gewalt an Frauen sichtbar machen, indem sie Infoblätter mit Informationen zu der Geschichte des 25.11, der Aktualität des Themas oder auch dem Ausmaß an Gewalt, welches alltäglich passiert, an sich tragen. Außerdem sind auf allen Roten Frauen Hilfsangebote und Anlaufstellen für insbesondere Frauen mit Gewalterfahrungen zu finden. Continue reading „PM: Rote Frauen beschädigt“

Pressemitteilung zu Femiziden in Göttingen

Keine Mehr! – Gewalt an Frauen beenden

Wir sind bestürzt von den Morden an zwei Frauen. Wir bekunden den Angehörigen unser tiefes Beileid.

Leider handelt es sich bei diesen Morden nicht um Einzelfälle, deshalb möchten wir  sie politisch einordnen. Wir wollen nicht die Toten instrumentalisieren, sondern kritisieren den medialen und gesellschaftlichen Umgang mit diesen grausamen Taten.

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